Natürliche Kosmetik und auch noch fair?

Fairtrade setzt sich längst auch im Bereich der Kosmetikprodukte durch, entsprechende Zertifizierungen gibt es für Seife und Duschgel, Bodylotion und Parfüms, Cremes und Lippenstifte. Da Kosmetikprodukte unseren Alltag ständig begleiten und Verbraucher bei Lebensmitteln und Textilien schon lange auf den fairen Handel achten, ist der Schritt zu Fairtrade-zertifizierten Rohstoffen in Pflege- und Kosmetikprodukten nur folgerichtig.

Fair gehandelte Kosmetik: Chance für die Hersteller

Produzenten erschließen mit Fairtrade-Absätzen einen neuen Kundenkreis, der bislang Kosmetikprodukte nur sehr verhalten genutzt hat. Allzu schwer fällt die Umstellung der Produktionsprozesse hierbei nicht, denn ein großer Teil bereits existierender Fairtrade-Rohstoffe ist leicht in Kosmetikartikeln zu verarbeiten. Dazu gehören etwa Shea-Butter, Zucker und Honig, Nussöl (etwa von Kokosnüssen), Bienenwachs und Kakaobutter. Einige dieser Rohstoffe erleben durch ihren Einsatz in modernen Kosmetikprodukten gar erst ihren Aufschwung als fair gehandelte Rohstoffe. Eine klasse Marke für Naturkosmetik ist Etani oder auch TheBodyShop.

Welche Regeln gelten für Fairtrade-Kosmetikprodukte?

Wie bei anderen fair gehandelten Produkten müssen auch im Bereich der Kosmetik sämtliche Inhaltsstoffe, die als Fairtrade-Rohstoffe vermarktet werden, auch Fairtrade-zertifiziert sein. Das Ziel lautet nun, dass so viele Inhaltsstoffe wie möglich aus fairem Handel stammen, komplett ist das meistens nicht möglich. Ohnehin bestehen Kosmetik- und Pflegeprodukte größtenteils aus Wasser, hinzu kommt ein kleiner Anteil natürlicher und/oder synthetischer Inhaltsstoffe. Über eine Fairtrade-Zertifizierung können lediglich die natürlichen Inhaltsstoffe verfügen. Die Zertifizierungs-Richtlinien für diese Produktgruppe berücksichtigen diesen Umstand auf angemessene Weise. Als Mindestanforderungen sind definiert:
5 % der Rohstoffe von Leave-on-Produkten (die auf der Haut verbleiben) müssen Fairtrade-zertifizierte sein, damit das Gesamtprodukt das Gütesieger “Fairtrade-zertifizierte Kosmetik” tragen darf.
2 % der Rohstoffe von Wash-off-Produkten müssen aus fairem Handel stammen (das sind Seifen, Duschgels und Shampoos, die überwiegend abgewaschen werden).

Der mögliche Marktanteil für Kosmetik auf der Basis von Fairtrade wird Ende 2014 auf 50 % geschätzt. Verbraucher sollten zugreifen, denn Kosmetik aus fairem Handel ist keinesfalls teurer – im Gegenteil.